la terra sommersa ... un campanile

Vorwort

Aus einem ungeformten Stück Ton wird ein Cluster aus klanglich immer differenzierter gestalteten Figuren modelliert. Auf einen nachdenklichen Mittelteil folgt ein schattenhaft gespenstisches Presto e misterioso, das friedvoll und abgeklärt seinen Ausklang findet.

Fraktale Figuren skizzieren die Grundidee des zweiten Satzes. Wie die Verästelungen eines Baumes wächst die Linie des Cellos in luftige Höhen, wo sie dem Wind in Gestalt einer Äolsharfe begegnet, ehe sie zurück zu ihren Wurzeln kehrt, die von wuchtigen Figuren im Klavier neu geerdet werden.

Den virtuosen dritten Satz zeichnet ein stufenartig angelegtes Aufwärtsstreben beider Instrumente von den tiefsten Registern zu ihren höchsten klanglichen Sphären. Zugleich findet eine stete Verkürzung der terrassenförmig angelegten Abschnitte statt. An ihrer Klimax bricht die Entwicklung in sich zusammen und kippt den Satz in ein sich langsam entfernendes Molto tranquillo, in dessen obskuren Tiefen eine Es-Glocke ausschwingt.

Im Versunkenen türmen sich Klänge, die obskur und unheimlich – bisweilen bedrohlich – empor an die Oberfläche drängen, um ihren inneren Zauber impressionistischer Farbgewalten regnen zu lassen. Aus dem Dunkel magischer Nachtklänge ergießt sich ein Ozean aus sm aragdgrünem Wasser, dessen Querung äolische Winde begleiten. Von weit her dringen die seidenen Töne der Harfen, von Aiolos Atem geschlagen. Unten im Sumpf der ertrunkenen Erde trägt starr einer Glocke letztes Geläut‘ ein verfallener Kampanile.

Das 2011 bis 2012 entstandene Werk ist Anna Magdalena Kokits und Alexander Gebert gewidmet.

Aufführungen

10. Oktober 2018
Wien, reaktor
Maria Frodl, Violoncello
Kaori Nishii, Klavier

27. Februar 2013
Wien, Musikverein (Metallener Saal)
Alexander Gebert, Violoncello
Anna Magdalena Kokits, Klavier

5. November 2013
Wels, Musikschule
Alexander Gebert, Violoncello
Anna Magdalena Kokits, Klavier